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»Reha vor Pflege« und »Reha vor Rente« - neue Leistungskraft in Familie und Beruf Vor allem für Arbeitgeber - immer noch den klassischen »Kur«-Begriff vor Augen, obwohl es diese Begriffe im Bereich der Rentenversicherung seit 25 Jahren nicht mehr gibt - ist die Vorstellung fremd, dass sich medizinische Rehabilitation für sie positiv rechnen könnte. Auf den ersten Blick verständlich, wird der betroffene Mitarbeiter dem Unternehmen doch erneut für einen längeren Zeitraum (in aller Regel 3 Wochen) nicht zur Verfügung stehen. Der zweite Blick lässt aber ein deutlich differenzierteres Verständnis zu: Medizinische Rehabilitation ist kein Freizeitvergnügen oder Zusatzurlaub, sondern für den Patienten harte Arbeit! Arbeit an sich selbst,
zur Veränderung seines Verhaltens, seines Lebensstils. Harte Arbeit
zur Bewältigung der Folgen einer Krankheit, zur Bewältigung
von Leistungseinschränkungen und damit zur Wiederherstellung der
Leistungs- und Arbeitsfähigkeit. Medizinische Rehabilitation dient danach nicht nur den Beschäftigten, sondern immer auch den Arbeitgebern. Die neu gewonnene Leistungskraft durch die Bewältigung der durch Krankheit und Behinderung durchweg unverschuldet verursachten Leistungseinschränkung eröffnet auch für den Arbeitgeber durchweg positive Perspektiven. Viele Arbeitnehmer können nach einer medizinischen Rehabilitation ihre alte Position wieder einnehmen. Wichtiges Know-how bleibt den Unternehmen erhalten, Investitionen in die Aus- und Weiterbildung eines Mitarbeiters sind nicht verloren. Für Patienten und deren Familien stehen natürlich nicht unbedingt wirtschaftliche Erwägungen im Vordergrund.Für sie "rechnet" sich die medizinische Rehabilitation ganz anders. Patienten und ihre Familien profitieren dadurch, dass alle mit der Krankheit oder Behinderung eines Familienmitgliedes leben lernen und sie als Normalität empfinden, die das gemeinsame Lebensgefühl auf Dauer nicht nachhaltig beeinträchtigen muss. Neben der verbesserten Gesundheit sind das durch die Rehabilitation wiederhergestellte und gesteigerte Selbstwertgefühl, die Selbstbestimmungsfähigkeit, erfahrene Erfolgserlebnisse und Glücksgefühle für den Betroffenen Werte, die durch Geld nicht aufzuwiegen sind. Insofern ist die medizinische Rehabilitation auch ein wirksames Instrument zur Umsetzung des grundgesetzlich verankerten Verbots der Benachteiligung Behinderter.Rehabilitation bewirkt nämlich die Vermeidung oder Beseitigung von Barrieren und trägt zur Gleichberechtigung behinderter und chronisch kranker Menschen bei. Bei allen notwendigen
Diskussionen um Budgetbegrenzungen und Kostendämpfung darf nicht
aus den Augen verloren werden, dass chronisch Kranke, behinderte oder
von Behinderung bedrohte Menschen trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen
ein weitgehend normales Leben führen können, was einen wichtigen
gesellschaftlichen Wert darstellt.
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