Reha - Gewinn für Krankenkassen und Rentenversicherung
 
  Die Solidargemeinschaft ist verpflichtet, die Budgetmittel sinnvoll und zielorientiert einzusetzen.

Die Diskussion um Wirksamkeit und Effizienz der medizinischen Rehabilitation wird immer noch von Vorurteilen bestimmt. Schnell machen die Stichworte vom »Kur-Urlaub auf Kosten der Gesellschaft« und »Fango-Tango« die Runde.

An einigen Beispielen aus der täglichen Praxis von Reha-Einrichtungen möchten wir verdeutlichen, wie wenig die qualitätsgeprüfte Rehabilitation mit diesen Vorurteilen zu tun hat:

Zum Beispiel der 43-jährige Manager nach einem Herzinfarkt:

Mit dem Abschluss der Akutbehandlung (nach einem Krankenhausaufenthalt) ist dieser Patient von seiner alten Leistungsfähigkeit noch weit entfernt. Mit gezielter Rehabilitation werden die Folgen der Erkrankung überwunden, die alte Leistungsfähigkeit wiederhergestellt und der Patient erlernt Strategien, einen erneuten Infarkt zu vermeiden.

Ohne die medizinische Rehabilitation wäre:


• eine Rückkehr an den Arbeitsplatz kaum denkbar;
• eine Belastung der Sozialkassen (Arbeitslosengeld, Frührente) wahrscheinlich;
• eine Verhaltensänderung, mit einer Verringerung des Risikos eines Folge-Infarktes, unwahrscheinlich.

zum Beispiel die 56-jährige Sachbearbeiterin nach einer Krebsoperation:

Viele Krebsbehandlungen stellen für die Patienten einen einschneidenden Eingriff in ihre bisherige Lebenssituation dar. Operationen, Chemotherapien, Bedrohung der Existenz. Die Akut-Behandlung kann die psychischen Probleme einer solchen Erkrankungssituation kaum in den Blick nehmen. In der Rehabilitation lernen Patienten mit den Folgeerscheinungen der Erkrankung umzugehen, sich auf die veränderte Lebenssituation einzustellen, neuen Lebensmut zu entwickeln.

Ohne diese Rehabilitation wäre:

• eine vollständige Wiedereingliederung in Familie und Beruf kaum vorstellbar;
• das Risiko einer erneuten Erkrankung, mit allen finanziellen Belastungen
des Gesundheitssystems, deutlich höher;
• eine zusätzliche Belastung anderer Gesundheitsbudgets
(Arzneimittel, psychologische Betreuung, etc.) kaum vermeidbar.


Zum Beispiel der 35-jährige Bankkaufmann mit chronischen Rückenschmerzen:

Trotz der Behandlungen durch Ärzte, Krankenhäuser und Physiotherapeuten ließ sich die Verschlimmerung des Rückenleidens nicht verhindern. In der Rehabilitation wird nicht nur die Krankheit weiterbehandelt. Der Patient lernt auch mit seiner Erkrankung umzugehen und eventuell bereits eingetretene Funktionseinschränkungen auszugleichen.

Ohne diese Rehabilitation wäre:

• die gesellschaftliche Investition in die Aus- und Weiterbildung dieses Patienten verloren;
• eine weitere Beschäftigung und damit die Einzahlung von Beiträgen in die Sozialkassen kaum zu erwarten;
• die Zahlung von Sozialleistungen (Rente, Krankengeld, Sozialhilfe usw.) kaum vermeidbar.


Diese Beispiele zeigen:

Neben der Verpflichtung der Gesellschaft ihren Bürgern im Krankheitsfall möglichst umfassenden Schutz zu gewähren, bietet die medizinische Rehabilitation einen aktiven Beitrag zur Kostendämpfung.
Bei jedem Patienten, der nicht durch frühzeitige Rehabilitation seine Leistungsfähigkeit in Familie und Beruf wiedergewinnt, drohen hohe gesellschaftliche Folgekosten; Investitionen in schulische Ausbildung und berufliche Weiterbildung sind unwiederbringlich verloren.

Vor allem mit Programmen zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung haben die Rehabilitationseinrichtungen die Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung angenommen. So werden auch bei älteren und multimorbiden Patienten die gesteckten Therapieziele erreicht.